Ausbildung

  • LOSGELASSENHEIT
  • GLEICHGEWICHT
photo C.Lenski

JdC bildet seine eigene Aufzucht wie auch Pensionspferde aus. Der Schwerpunkt liegt dabei naturgemäss auf der Aus- und Weiterbildung von Lusitanos, jedoch nehmen wir auch Pferde anderer Rassen im Einzelfall zur Ausbildung und Korrektur an.

Die Grundlage unseres Ausbildungsverständnisses bilden die klassischen Prinzipien wie sie von den Meistern vergangener Jahrhunderte wie F.R. de la Guérinière über (unserer Meinung nach zu Unrecht kontrovers verhandelten) Reitmeistern wie Boucher, Fillis, Steinbrecht u.a. bis zu Nuno Oliveira, Müseler, A. Podhajsky und K. Albrecht übermittelt sind.

Manche mag überraschen, hier nebeneinander angeblich so unterschiedliche Protagonisten wie Steinbrecht und Boucher oder Müseler und Oliveira zu finden - wir jedoch sehen hinter diesen teilweise im Einzelnen recht unterschiedlichen Lehren jeweils ein tiefes Pferde- und Reiterwissen, das seine eigene Wertigkeit hat und im Einzelfall wertvolle Einsichten vermitteln kann. Die Dogmatik vergangener Epochen, die zu herben Polemiken zwischen hervorragenden Repräsentanten verschiedener Richtungen geführt hat, haben nach unseren (auch praktischen) Erkenntnissen den Blick auf die gemeinsamen Wahrheiten getrübt und den in der Tat bedeutsamen Unterschied zwischen gutem und schlechtem Ausbilden und gutem und schlechtem Reiten verlegt in den Gegensatz von "Zirkus und Kavallerie" von "unnatürlich und natürlich" etc.

  • LOSGELASSENHEIT
  • GLEICHGEWICHT
  • SCHWUNG
  • ANLEHNUNG
ULTIMO geb. 2001

ARGONAUTO geb. 2005

In der Ausrichtung auf die klassischen Ausbildungsgrundsätze für Pferd und Reiter bilden wir die uns durch Eigenzucht oder Überlassung anvertrauten Pferde im Verständnis dafür aus, daß systematische Gymnastizierung (in diesem Sinne Dressur) allererst die Voraussetzung dafür darstellt, daß das jeweilige Pferd die von ihm durch den Reiter gewünschten Funktionen als Reitpferd, Springpferd etc ohne nachhaltige Beschädigung zu erbringen vermag.

Diese Gymnastizierung, die Findung und Entwicklung des Gleichgewichts der Remonte ohne und mit Reiter, der Aufbau der tragenden Muskelpartien, die Entwicklung der Anlehnung bei Erhaltung und Entwicklung von Schwung und Takt, die hierzu notwendige Entfaltung der Durchlässigkeit - all diese Elemente folgen prinzipiell einem logischen Aufbauplan, der in jedem Einzelfall unterschiedliche Schwerpunkte und Schwierigkeiten bereitet, im Grundsatz jedoch für alle Pferde gleichermassen gilt und von daher im Normalfall auch eingehalten werden sollte.

Der Verführung, wie sie zB ein gut gezogener Lusitano darstellt, Ausbildungsschritte zu überspringen bzw zu unterschlagen, darf nicht erlegen werden, indem die fast von Natur angebotene "Versammlung" zu übereilten Piaffe und Passagelektionen "ausgenutzt" wird und damit im Regelfall sich nicht nur falsch festsetzt sondern auch zu praktischen Überforderungen des so sich versteifenden "trainierten" Pferdes führt. Stattdessen können die gebäudetypischen Eigenschaften (Quadratpferd) sowie die mentalen Charakteristika des Lusitanos (Menschenbezogenheit, Nervenstärke, schnelle Auffassungsgabe und Freude an der eigenen Entwicklung) dazu verwandt werden, sich stärker um die biegenden und lösenden Lektionen zu kümmern...

  • LOSGELASSENHEIT
  • GLEICHGEWICHT
  • SCHWUNG
  • ANLEHNUNG
  • TAKT
  • DURCHLÄSSIGKEIT
VALENTINO geb 2002

Die Pferdeausbildung im JdC ist von daher als eine Campagnepferdausbildung zu verstehen, die inklusive Piaffe und Passage, Galoppwechsel und -pirouetten nach unserer Auffassung die Basisausbildung eines für den Amateur- oder Profi-Reiter angenehmen, da gutrittigen und sensiblen Reitpferdes bildet. Damit ist der Boden bereitet für eventuelle weitere Spezialausbildungen, sei es Springen, sportliche Dressur o.ä. Sie ist gleichzeitig die unabdingbare Voraussetzung dafür, dass das Pferd bei seinem Einsatz als Reitpferd die körperlichen und psychischen Voraussetzungen entwickelt hat, um möglichst unbeschadet ein hohes Lebensalter zu erreichen.

Dieselben Kriterien gelten im JdC nicht nur für die Pferde- sondern prinzipiell auch für die Reiterausbildung (siehe hierzu Unterkapitel "Reiterausbildung").

  • LOSGELASSENHEIT
  • GLEICHGEWICHT
  • SCHWUNG
  • ANLEHNUNG
  • TAKT
  • DURCHLÄSSIGKEIT
  • VERSAMMLUNG

In der Ausbildung von Lusitanos haben wir mit einer älteren portugiesischen Tradition gebrochen, indem wir auch Lusitano-Stuten im Sinne des Obenstehenden trainieren. Dies berücksichtigt, daß wir uns in der Entwicklung unserer Zucht auch auf das Leistungsvermögen und auf die Leistungsbereitschaft in der Auswahl der Zuchtstuten beziehen können (traditionell und offiziell bis heute werden Stuten, die zur Zucht als PSL zugelassen werden, nur nach dem Exterieur und den Bewegungen selektiert). Zum anderen nimmt es Rücksicht auf die Unkenntnis in nördlichen Ländern hinsichtlich des weitgehend unproblematischen Hengstverhaltens von Lusitanos, weshalb Mitglieder von Reitvereinen, die gerne einen Lusitano mit in ihren Stall bringen wollen, häufig an den einschlägigen Stallparagraphen scheitern, die die Haltung von Hengsten untersagt. Hier können Lusitanostuten (mit oder ohne Zuchtabsicht) eine Alternative (zum Legen) bieten.

Deutsch
English
 
© 2000 - 2009 by Jardim dos Cavalos