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Züchten statt VermehrenWir verfolgen bei der Zucht unserer Lusitanos - aus heutiger Sicht - eher konservative Ziele, d.h. wir streben in der Lusitanozucht den Erhalt der traditionellen rassetypischen Merkmale der Lusitanos an und stehen den modernen Versuchen, aus Lusitanos wettbewerbsfähige Sportpferde zu züchten, eher mit Distanz gegenüber. Es ist zwar ein auf den ersten Blick verlockender Gedanke ein "eierlegendes Woll-Milch-Schwein" d.h. einen Lusitano zu züchten, der ausgreifende Gänge und das natürliche Potential zu Trabverstärkungen wie ein deutsches Warmblut hat, dabei ein Springvermögen besitzt wie ein Holsteiner, ein Piaffierer und Passagierer ist wie ein Lusitano, ein Stockmass wie ein Trakhener und ein Hengstverhalten wie ein Lusitano aufweist, ein Galopper wie ein englisches Vollblut und ein Distanzcrack wie ein Araber ist etc etc. Die Gefahr ist einfach zu gross, dabei eher mittelmässige Sportpferde zu erhalten und gleichzeitig "The Mystic" dieser einzigartigen Rasse zu verlieren, wie sie nicht zuletzt durch eine jahrhunderte lange Zuchttradition und Selektion für die Arbeit mit Stieren (innnerhalb und ausserhalb von Arenen) entstanden ist . Hierzu züchten wir auf einer breit angelegten genetischen Grundlage unter Betonung der klassischen Linien Veiga und Sommer-Andrade, aus denen die in neuerer Zeit berühmtesten Lusitanohengste wie Novilheiro, Nilo, Opus-72 u.a. entstammen. Hierbei geht es uns nicht nur um gute Eigenschaften hinsichtlich der Mechanik des "Gebäudes", wie Schulterfreiheit, Gangvermögen (vorallem Schritt und Galopp, den beiden durch den relativ kurzen Rücken des Lusitanos oft benachteiligten Gangarten), Ganaschenfreiheit etc, sondern zu den Kriterien der Zuchtwahl gehören auch wichtige Eigenschaften wie Nervenstärke, seelische und körperliche Losgelassenheit, natürlicher Schwung, Auffassungsgabe u.ä.. Als kleines Beispiel eine kleine Video-Studie unserer jetzt 4 jährigen Jungstute Baronesa dL, in der sowohl das Gangvermögen zum Ausdruck kommt wie auch die Art des Anritts, den wir mit der notwendigen Gelassenheit, Sorgfalt und Ruhe durchführen (Zum Zusammenspiel mit unseren Ausbildungsvorstellungen: siehe unter Kapitel "Ausbildung"). 8-10 Zuchtstuten bildeten vor nunmehr 13 Jahren den Grundstock der Lusitanozucht des JdC - oder: der Fokus lag und liegt auf Qualität und nicht auf Quantität. Mittlerweile haben wir den Kern unserer Zuchtstuten sowohl weiter qualitativ verbessert wie auch gleichzeitig quantitativ verkleinert. Damit können wir uns noch intensiver um die Aufzucht und individuelle Ausbildung unserer Nachzucht kümmern. Da wir (fast) alle unserer Stutennachzucht in die Ausbildung nehmen, selektieren wir nicht nur nach Gebäude und Gangvermögen sondern auch nach Leistungsfähigkeit und -bereitschaft. So bilden wir uns nach und nach einen eigenen Stutenstamm heran, der aus Stuten zusammengesetzt ist, die sich nicht zuletzt auch als gute Mütter bewiesen haben. Manch edle Erscheinung kann diesen strengen Anforderungen dann doch nicht genügen, verbleibt in der Reitausbildung und kann als Reitpferd in den richtigen Händen eine bemerkenswerte Zukunft haben; in der Zucht kommt es eben vorallem auf das Ergebnis, das heisst das aus der Stute entstammende edle Fohlen an... Nach unserer Erfahrung ist die Bedeutung der Stuten am Fohlenergebnis hoch einzuschätzen, nicht nur in der "erzieherischen" Prägung, sondern auch in genetischer Hinsicht, d.h. im Gesamtergebnis, quasi dem 'Selbstverständnis' des Fohlens. Als Beschäler steht seit 2 Saisons mit HONESTO, einem Nilo-Sohn, ein herausragender Lusitano-Hengst im Stall bzw. läuft mit der Herde auf den Weiden, sowie ausgewählte Deckhengste mit großem Gangvermögen zu Verfügung (siehe auch Unterkapitel "Hengste"). In dieser Decksaison 2009 haben wir mit VISIGODO, der seine Qualitäten in den ersten Ausbildungsschritten unter dem Sattel beweisen konnte, einen weiteren eigenen Hengst zum Decken eingesetzt. In der eigenen Zucht bevorzugen wir den Natursprung, d.h. der Deckhengst ist mit der Stutengruppe auf der Weide und deckt dort während der Frühjahrssaison unter Ausnutzung der natürlichen Rossen - von künstlich herbeigeführten Rossen nehmen wir normalerweise Abstand. Bei Sprüngen für fremde Stuten bevorzugen wir ebenfalls den Freisprung bzw Sprung aus der Hand. Um einen Eindruck zu gewinnen und als ein Beispiel, wie unser Deckhengst Honesto mit seiner Stutenherde mit Fohlen seinen "Deckverpflichtungen" unter natürlichen Bedingungen nachkommt, können sie das diesbezügliche JdC-Video betrachten: Künstliche Besamung - obwohl seit kurzem in der Lusitanozucht offiziell erlaubt - ist für uns aktuell nicht von Bedeutung, wenn wir sie auch für den Einzelfall nicht ausschliessen wollen. In allgemeiner Hinsicht besteht hierbei jedoch die Gefahr der weiteren Blutverengung in der Lusitanozucht. AufzuchtUnsere Fohlen bleiben üblicherweise zwischen 6-8 Monate bei der Mutterstute, werden dann getrennt und in eigene Fohlenverbände aufgeteilt. Mit diesem Wechsel ihrer Lebensverhältnisse verbunden, werden sie auch im Stall für 2-3 Wochen aufgestallt um den Allgemeinzustand zu kontrollieren, die Impfungen und Antiparasitenbehandlungen sowie die ersten Menschenkontakte zu erhalten. (Nach Geburt erfolgen auf der Weide noch die beiden ersten Impfungen). Anschliessend geht es wieder zurück auf die recht ausgedehnten Weideflächen (jeweils mehrere -zig Hektar); die Hengstfohlen zu ihresgleichen (abhängig vom Fohlenjahrgang auch mehrere Jahrgänge zusammen); gleiches gilt für die Stutfohlen mit dem Unterschied, dass sie auch bald wieder in die Stutenherde eingegliedert werden können. Bis zu normalerweise 3,5 Jahren bleiben die Fohlen dann ganzjährig auf der Weide, zwischenzeitlich regelmässig kontrolliert, entwurmt und geimpft, und zur weiteren Menschengewöhnung auch schon mal mit knapp 3 Jahren für 1-2 Monate aufgestallt. Mit endgültigem Beginn der Ausbildung (an der Hand und unter dem Sattel) mit ca 3,5 Jahren erfolgt dann der längerfristige Wechsel in den Stall. | ||||
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